Peradon Snooker Queues made in England

Über hundert Jahre Tradition

Gründung und Anfänge (1885–1930er Jahre)

Peradon WerkstattAm Anfang: Alles Handarbeit

Die Firma Peradon wurde 1885 in London von Leopold George Peradon gegründet, dessen Vater aus Frankreich nach England emigriert war. Zunächst wurden alle Queues von Hand hergestellt, ohne den Einsatz von Maschinen.
Die Queues wurden rund gehobelt – eine Technik, die auch heute noch von John Parris angewendet wird, dem wohl bekanntesten Queuehersteller der Gegenwart. Trotz der aufwändigen Handarbeit schafften die Queuebauer so einen Ausstoss von über zehn Stück pro Tag (bei vermutlich 10–11 Stunden Arbeit). Mit der Einführung der Drehbank und der Entwicklung der maschinellen Verleimung mit der spitzen Verbindung (machine splicing) konnte der Ausstoss um mehr als das Zehnfache erhöht werden! In den dreissiger Jahren boomte das Billardgeschäft, und Peradon begann mit dem Export von Produkten.

Krisenjahre und Konsolidierung (1940er–1960er Jahre)

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einem Niedergang des Billardspiels in der westlichen Hemisphäre und zu einer ersten Konsolidierung der Industrie. Peradon übernahm in der Folge drei Queuehersteller und war schliesslich die einzige aktive Firma für Snookerqueues im ganzen Commonwealth.

Die Ära Peradon & Fletcher (1970er–1994)

Anfang der Siebzigerjahre wurde die Firma in der dritten Generation von Bill Peradon geführt. Dessen Sohn David arbeitete zunächst noch im Betrieb, entschied sich aber für eine Karriere ausserhalb des väterlichen Unternehmens. Nach dem Tod Bill Peradons 1977 kam es zum Zusammenschluss mit E.L. Fletcher, einer Firma, die mit der Herstellung von Queue-Ledern und dem Zubehörhandel gross geworden war. Unter dem Namen „Peradon & Fletcher“ wurden bis 1994 Queues hergestellt – von denen auch einige in der Schweiz verkauft wurden. Die Qualität in dieser Periode war allerdings alles andere als zufriedenstellend.

Neuanfang und heutige Produktion (1990er–heute)

Mit dem Umzug nach Liverpool in den Neunzigerjahren wurde auch die Produktion erneuert. Seit ca. 2001 führen wir die Peradon Queues in unserem Sortiment und waren immer sehr zufrieden mit der Qualität.
Heute ist Peradon Bestandteil der E.A. Clare & Son Gruppe (E.A. Clare gründete 1912 eine Firma zur Billardtisch-Herstellung), einem kleinen Billard-Konglomerat, zu dem seit den Sechzigerjahren auch der Tischhersteller Thurston gehört.
Der Sitz von E.A. Clare und Peradon ist in Liverpool. Dort findet sich auch ein recht grosses Geschäft mit Showroom, in dem nicht nur Peradon Queues angeboten werden, sondern auch Produkte von anderen Herstellern.

Historisches Engagement und Museum

Norman Clare, der die Firma in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts leitete, interessierte sich in fast wissenschaftlicher Weise für die Historie des Billards, trug unzählige Dokumente aus 200 Jahren Billardgeschichte zusammen und schuf sogar ein kleines Museum, welches heute im Hause von Peradon in Liverpool untergebracht ist: die Billiard & Snooker Heritage Collection.